DJ-Portrait Francois Frommage

Aktualisiert: Jan 25


Hallo Tobias, eine Frage brennt mir echt unter den Fingernägeln. Wie kommt man auf so einen geilen Künstlernamen ?

Nachdem mir die Frage häufig gestellt wird, muss ich mir wohl demnächst mal eine spannende Geschichte dazu ausdenken. Die Realität ist nämlich ganz langweilig: Als es mit dem ganzen Hass in den Sozialen Medien losging habe ich beschlossen, mein Facebook-Profil mit meinem privaten Namen zu deaktivieren. Nach einigen Monaten Abstinenz habe ich dann zum Netzwerken ein Profil unter falschem Namen erstellt. Ich wusste nur Eins: Es muss etwas mit Käse zu tun haben. Und da Alliterationen immer schön klingen, war der passenden Vorname schnell gefunden. Dank der positiven Rückmeldungen wurde das dann mein allgemeiner Künstlername.

DJ Francois Frommage kann man schon fast als Marke bezeichnen. Hast du dich bewusst entschieden, eine Marke zu kreieren oder hat sich das alles mit der Zeit ergeben ?

Wenn sich eine Sache gut anfühlt und ich Freude dabei habe, dann mache ich einfach mal drauf los. Das zieht sich durch mein ganzes Leben. Dadurch entstehen oft Dinge, die ich weder erwartet, noch geplant habe. Deswegen kann ich nicht behaupten, es wäre Absicht gewesen eine Marke zu kreieren. Über die Jahre hat sich herausgestellt, dass die Leute DJFF als Marke wahrnehmen. Seit dieser Zeit forciere ich das natürlich mehr als früher.

Hilft dir die Marke Francois Frommage auch bei deinem Marketing und vielleicht auch höhere Gagen zu erzielen ?

Ich hoffe natürlich, dass die Leute mich buchen, weil sie meine Persönlichkeit schätzen. Das Image als DJFF hilft mir einen besonderen Wert zu kommunizieren. Trotzdem empfinde ich es als großes Glück, dass die Reaktionen auf mich so positiv sind. Dabei bin ich doch ein ganz normaler Junge. So wie Brad Pitt oder David Backham ;-)

Wenn du abends durch die Straßen Münchens ziehst, wirst du dann nicht oft mit Mark Forster verwechselt ? Die Ähnlichkeit ist auf jeden Fall da.

Für kleine Grußbotschaften halte ich gerne meinen Kopf in die Kamera. Wenn ich als Mark Forster Lookalike jemandem damit eine Freude machen kann, dann gerne. Mich amüsiert es immer wieder, wenn ich an der Kasse oder auf der Straße kurz für Verwirrung sorge. Wenn ich dann freundlich mit dem Auge zwinker ist die Verwirrung meist noch größer: „ Ist der das wirklich ?! “

Du bist ja nicht nur DJ, sondern auch noch Live-Musiker. Erzähl doch einmal, welche Instrumente du spielst und was zuerst da war – die Livemusik oder das Auflegen. Interessant wäre auch zu erfahren, worauf du deinen Fokus legst. Bist du mehr Live-Musiker oder mehr DJ ?

Als Kind hatte ich mit Klavierunterricht begonnen und mir parallel dazu Schlagzeug beigebracht. Anfang der 2000er Jahre habe ich meine Ausbildung zum Hotelfachmann gemacht. Zu dieser Zeit habe ich auch mit dem Auflegen angefangen. Nach der Nachtschicht um sieben Uhr morgens an die Plattenspieler, um die Nachbarn beim Frühstück mit einem lauten House-Set zu unterhalten. Daher trage ich unter Freunden heute noch den Spitznamen „ rücksichtslose Lärmsau.“ Um mich beruflich umzuorientieren, habe ich an der neuen Jazzschool in München mit Hauptfach Jazzpiano abgeschlossen und danach Schlagzeug unterrichtet. Ich bin leidenschaftlich neugierig und probiere gerne neue Sachen aus. Das hat für mich den Nachteil, dass ich in vielen Bereichen ein passables Niveau erreiche, aber kein echtes Spezialgebiet habe. Weil ich derzeit mein Haupteinkommen durch das Auflegen verdiene, steht der DJ für mich momentan im Mittelpunkt.

Wenn man sich einmal deine Mixing-Tutorials anschaut, dann wird man echt neidisch. Du hast es echt drauf. Respekt !!! Hast du dir diese Mixing-Skills selbst beigebracht oder hattest du jemanden, der dich in diesem Bereich geschult hat ?

Vielen Dank für das Kompliment ! Ich denke, dass sind die Auswirkungen von meiner Arbeit als Musiker. Früher habe ich große Freude daran gehabt, die Songs aus den Charts in Cubase nachzubauen (Sin with Sebastian, Fun Factory, Nana,...). So habe ich viel über die Struktur und den Aufbau der Songs gelernt. Über die Jahre habe ich dann mit großer Begeisterung erfolglose Tracks produziert. Darunter Titel wie: Mein Weg zur Schule geht geradeaus, Oh Pferdy Pferdy Pferdy und Rumble in Afghanistan. Als Musiker weiß ich, dass nur konsequentes Üben wirklich zum Erfolg führt. Sämtliche Techniken die ich heute benutze, hab ich mühsam eingeübt. Inspiration dazu gibt es ja im Internet genug.

Wie sieht denn dein derzeitiges Setup aus ? Mit welcher Technik bist du unterwegs ?

Ich konnte mich nicht zurückhalten und musste zum Jahreswechsel bei dem Denon Sale zuschlagen. Und ich bin echt happy mit dem SC5000M und dem X1800 Mixer. Dennoch werde ich den alten DDJ RZ wohl nicht verkaufen. Als PA nutze ich (je nach Situation) die DB 1203 oder meine RCF PA mit 15er Sub. Für sehr kleine Situationen habe ich noch einen DB 612er Sub, den ich mit den beiden Bose S1 Boxen nutze. Eine HK Lucas Nano 300 steht auch noch irgendwo rum. Diese vermiete ich gerne für den Nachmittag oder für die After Show Party nach meinem DJ Set. An Licht-Equipment steht bei mir im Lager: ADJ Warlock, Smartbats, Chauvet Freedom Sticks eine Lightmaxx Pixbar Pro und noch anderes Kleinzeug. Gesteuert wird alles via WDMX mit Lightrider. Als Tisch habe ich einen XXL Millenium Mixer Stand genutzt. Dort konnte ich den DDJ-RZ samt Case einfach abstellen. Seitlich ein Sidebaord an das Case gesteckt. Dort hatte dann Laptop und Ipad Platz. Besonders froh bin ich über mein kleines Rack. In einem Case habe ich die Funkstrecken, die Sender für die Funkboxen, einen Denon Mediaplayer und das Behringer X18 untergebracht. Dort befindet sich auch die gesamte Stromversorgung für Licht und Ton. Ich bin kein großer Freund von hohen Fassaden. Die Tänzer sollen mir auf die Finger schauen können. Deswegen habe ich mir aus ein paar Alu-Profilen und Steckwinkeln ein Gestell gebaut und mir einen Bezug dafür schneidern lassen. Das ist gerade so hoch, dass es Rack, Kabel usw. verdeckt. Mit einer LED Bar beleuchtet ein echter Hingucker.

Zusätzlich zu deinen Aktivitäten als Livemusiker & DJ betreibst du auch noch das Portal www.musiker-marketing.de. Wie kam es dazu ?

Das kann ich ganz nüchtern beantworten: Es war der damalige Zeitgeist. Videokurse waren „ das Ding “ und Online-Marketing im Musikbereich hieß für die meisten nur „ Emails verschicken. “ Außerdem hatte ich einfach Lust darauf, auch mal so etwas zu erstellen und alles Wissen zusammenzutragen. Also hatte ich mich in einem Tagesbüro eingemietet und einfach mal gemacht. Leider komme ich kaum noch dazu, andere Musiker bei ihrem Marketing zu unterstützen. Auch kann ich die Inhalte der Videos aus Zeitgründen nicht mehr aktuell halten. Als ich dann zuletzt mit dem Ton der Videos unzufrieden war, gab es für mich nur eine Entscheidung: Die Videos kostenlos zugängig zu machen und die Erfahrung für mein nächstes Projekt zu nutzen. Dass alles für irgendwas gut ist, zeigt sich daran, dass ich über das Musiker Marketing die Möglichkeit bekam, bei der Checkpoint DJ zwei Vorträge halten zu dürfen. Darüber bin ich wiederum mit vielen tollen DJ Kollegen in Kontakt gekommen.

Der Bereich Marketing war für viele Livemusiker und DJs ein rotes Tuch. So gut wie niemand hat sich aktiv um seine Vermarktung gekümmert. Dank Social Media gibt es ja Möglichkeiten ohne Ende, sich selbst zu vermarkten. Wie sieht denn deine Einschätzung aus ? Kümmern sich jetzt auch mehr DJs & Livemusiker um ihre Selbstvermarktung ?

Es darf eigentlich keinen Musiker mehr geben, der noch nie von den Möglichkeiten im Netz gehört hat. Der Musiker fühlt sich ja häufig als Künstler. Und Künstler definieren sich über ihre Kunst / Leistung. Das Publikum kann aber häufig nicht erkennen, ob ein Musiker oder DJ technisch versiert ist. Für das Publikum gibt es nur „ gefällt mir “ oder „ gefällt mir nicht.“ Und was dem Publikum gefällt, ist nicht immer das musikalisch anspruchsvollste Gitarren Solo oder die lyrischste Komposition. In machen Situationen überzeugt eben nur die Show. Das kann und will auch heute nicht jeder akzeptieren. Das finde ich auch völlig in Ordnung. Als Musiker und DJ muss man es halt wissen. Dann kann man sich auch bewusst dagegen entscheiden, darf sich dann aber nicht beklagen. Wobei, ein bisschen Gesellschaftskritik darf schon sein.Was ich aber ganz deutlich feststelle: Jeder, der eine gute Leistung bringt und dazu noch eine Marketingstrategie hat, wird damit (im Rahmen der Möglichkeiten) erfolgreich. Wie sagt man so schön: Alles ist besser als nichts.

Wo wir schon beim Thema Selbstvermarktung sind. Welchen Fehler begehen die meisten Kollegen in Bezug auf die Vermarktung und welche sind deine drei besten Tipps ?

Machen, machen, machen ! Das waren schon drei Tipps / Fehler ;-) Die Meisten scheitern daran, dass sie es gar nicht erst versuchen. Wie oft ließt man in irgendwelchen Kommentaren: „ Das wird so nicht funktionieren ! “ Blödsinn. Man muss sich einmal darüber Gedanken machen, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Wenn man dann noch ein realistisches Ziel für sich definieren kann, dann steht dem Erfolg nichts mehr im Weg. Als junger Erwachsener dachte ich immer: Um Frauen kennenzulernen muss ich erst dies, das und jenes haben / können. Gepaart mit dem entsprechenden Auftreten wäre das der Schlüssel zum Erfolg. Also habe ich zuerst versucht alle Punkte zu optimieren, von denen ich dachte, dass sie zum Ziel führen würden. Aber eine Sache habe ich damals vermieden: Einfach mal rüber gehen und „ Hallo “ sagen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Vielen Dank Tobias (Francois), dass du dir die Zeit genommen hast.

Vielen Dank Jörg, dass du mir die Ehre gegeben hast, ein paar Fragen beantworten zu dürfen.


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